Sonntag, 19. März 2017

Alljährliches Osterbasteln - heuer in Pastell

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber es kommt mir vor, als wäre die Fastenzeit heuer länger als je zuvor. Natürlich dauert sie auch heuer, wie jedes Jahr, vierzig Tage, aber es liegt wohl daran, dass Ostern dieses Jahr mit Mitte April recht spät ausfällt. Auch habe ich noch nie so sehnsüchtig den Frühling herbeigesehnt wie heuer, was sicher auch darin gründet, dass ich mit meinem Sohn zu Hause bin und so gemütlich es bei uns auch sein mag, es zieht mich und Philipp hinaus. Den ganzen Winter waren wir bei Sonne, Nebel, Regen und Schnee mit dem Kinderwagen, manchmal auch quer durch die Weinberge, unterwegs, weil ich es drinnen einfach nicht mehr ausgehalten und frische Luft und Bewegung gebraucht habe. Mittlerweile steht auch Philipp bei der Terrassentür, zeigt mit dem Finger hinaus und unkt ein wenig - er will unbedingt in den Garten.

Als der Februar kam, hielt ich auf jedem unserer Spaziergänge nach den ersten Farbtupfern Ausschau, die den Frühling hätten ankündigen können - ein Schneeglöckchen unter einem Strauch, leuchtende Krokusse in der noch kargen Wiese, erste Knospen auf den Bäumen ... auch dieses Warten verging für mein Empfinden ungewöhnlich langsam. Es wurde März, als ich endlich die ersten Schneerosen und Schneeglöckchen in unserem Garten entdeckte, gefolgt von gelben Primeln, die jedes Jahr wild aus unserer Wiese schießen.

Gerade weil mir alles so langsam passieren zu schien, entschied ich, die Dinge einfach ein wenig vorwegzunehmen, kaufte Blumen im Geschäft und holte die Osterdekoration heuer einfach früher hervor. Wenn etwas schon lange dauert, dann kann man es ja auch länger genießen. Auch das alljährliche Osterbasteln, das, genauso wie das Weihnachtsbasteln, schon mehrere Jahre Tradition mit meinem Patenkind ist, haben wir für Mitte März, einem Monat für Ostern angesetzt, auch Lena wollte nicht mehr warten.






Beim Bastelbedarf meines Vertrauens habe ich, voller Vorfreude schon im Jänner, Eierhalter aus Holz bestellt und in einer Kiste im Keller aufbewahrt, wo ich sie dann fast vergessen hätte, bis mein Patenkind angefragt hat, wann wir denn heuer Osterbasteln würden. Gestern Abend heraufgeholt, bemalten wir heute die Halter mit Kreidefarbe in Pastelltönen, die ich, ohne zu wissen, dass diese heuer, oder wahrscheinlich wie jeden Frühling, wieder in Mode sein würden, zu Hause hatte. Lena entschied sich für rosa und grau, was jetzt als Zehnjährige schon von gutem Geschmack zeugt. Ich hielt mich an mein übliches Grün, ich konnte nicht anders, meine neuentdeckte Liebe für Rosa hin oder her : )

Michael grub uns im Garten im Regen einige der unzähligen Schneeglöckchen und Primeln aus, die wir natürlich, wenn sie verblüht sind, wieder zurück in die Erde setzen werden, damit sie nächstes Jahr wiederkommen. Die Blümchen kamen in Eierschalen, andere füllten wir mit Stroh oder Moos, Wachteleiern und kleinen Hasen- und Blumenstreuteilen, die wir ebenfalls bemalt hatten. Die übriggebliebenen Pflanzen setzten wir in eine mintfarbene Teetasse und ein weißes Porzellanei mit grauen Tupfen, so wurde nichts verschwendet.

An einem grauen Tag wie heute, an dem es draußen kalt und regnerisch ist, macht Indoor-Gärtnern wesentlich mehr Spaß, als draußen im Regen, so sehr es einen an die frische Luft ziehen mag. Mit Wochenbeginn soll der Frühling zurückkehren und ich kann es, wie immer, nicht erwarten.





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